Die Maultrommel

Ein altes Instrument und seine Geschichte

jews-harp-639964_640In der heutigen Zeit der gibt es eine unendliche Zahl von Musik, die man konsumieren kann, die gängigen Medien wie Radio und TV, das Internet – überall findet man Musik, kostenlos und ungefiltert. Neben dem sogenannten Main stream gibt es viele verschiedene Musikrichtungen, eine Richtung ist alte Volksmusik. Das spannende an alter Volksmusik oder volkstümlicher Musik sind unter anderem die Instrumente. Klassische alte Instrumente wie Geige, Laute, Harfe, Hackbrett, Horn und so weiter sind ja hinlänglich bekannt. Es gibt aber auch ein paar außergewöhnlichere Instrumente, dazu zählt die Maultrommel.

Uralt und handlich

Die Maultrommel ist ein kleines Musikinstrument mit durchschlagender Zunge, im Prinzip handelt es sich um eine mit den Händen angeregte elastische „Zunge“, die durch die geöffneten Zahnreihen in den Mundhohlraum des Spielers schwingt. Der Ton wird dann durch Änderung der Größe der Mundhöhle und durch die Atmung klanglich verändert. Eine Maultrommel, ohne Zähne zu spielen ist quasi unmöglich.

Das Instrument bietet natürlich nur einen begrenzten Tonumfang, was in den letzten 2 Jahrhunderten nicht gerade zur Popularität der Maultrommel beigetragen hat. In der Volksmusik wurde sie um 1900 herum durch die Mundharmonika verdrängt, die beiden Instrumente haben im weitesten Sinne eine gewisse Ähnlichkeit, erzeugen aber unterschiedliche Töne. Heutzutage wird beispielsweise in der Schweiz die Maultrommel als Soloinstrument gespielt, wird aber auch in Kombination mit anderen Instrumenten noch eingesetzt.

Viele Namen, ein Instrument

Im Tessin heißt die Maultrommel scaccia pensieri, d. h. ein Ding, das die Sorgen vertreibt, in der Schweiz nennt man sie das Trümpi. Auch als Maultrumme bezeichnet, was aber auch heute noch als Schimpfwort für ein „keifendes Weib“ verwendet wird.

Einteilig oder zweiteilig

Es gibt zwei Arten von Maultrommeln: Die zweiteilige Maultrommel bestehend aus Rahmen und Feder (Heteroglot). Einteilige Maultrommel (Idioglot) die nur aus einem einzigen Bauteil gefertigt wird. Heute besteht sie meist aus Metall und Bambus, früher aus Knochen Holz.

Geschichtliche Fakten zur Maultrommel

Wissenschaftler vermuten den Ursprung der Maultrommel aus Holz und Knochen in der Steinzeit, wohl in der Region Südasien beheimatet. Wahrscheinlich entwickelten Menschen die Idee durch Beobachten der Natur, wie bei so vielen anderen Erfindungen auch.

Die spätere Herstellung von metallenen Maultrommeln war ein wesentlicher Entwicklungs-Schritt, in Europa fand man in einer Burgruine, die um 1399 zerstört wurde, eine Maultrommel aus Metall. Die älteste bekannte Herstellung in Europa dürfte in Molln/Österreich stattgefunden haben. Dort besteht seit 1679 eine Zunft der Maultrommelmacher. Aber in der Schweiz existierte im 14. Jh. der Familienname Trümpy in Glarus und Zürich und Trümpler in Zürich, die eine Maultrommel im Wappen auf dem Siegelring führten.