Dr. Jekyll & Mr. Hyde

Einbecker Morgenpost-Online, 17.08.09:
»Bühnenstürmer« begeistern Zuschauer
Zwei-Personen-Stück in der Sertürner-Kapelle
Germer und Hamann spielen überzeugend
 
Schaurig-schön, aber auch Anregung zum Nachdenken: »Dr. Jekyll und Mr. Hyde« mit Lothar Germer und Klaus Hamann von den »Bühnenstürmern« sorgte für einen ange-regten Theaterabend in der Sertürner-Kapelle.
 
Spannung und Gruseln in der Sertürner-Kapelle: Die »Bühnenstürmer« brachten am vergangenen Wochenende das Zwei-Personen-Stück »Dr. Jekyll und Mr. Hyde« auf die Bühne. Das intensive Spiel der beiden Akteure - Lothar Germer und Klaus Hamann - und der schaurig-schöne Raum ließen die Zuschauer einen anregenden Theaterabend erleben. Das Publikum belohnte die Akteure zu Recht mit lang anhaltendem Applaus.

Einbeck (sts). »Dr. Jekyll und Mr. Hyde« spielt Ende des 19. Jahrhunderts in London: In den nebli-gen Gassen treibt eine erbarmungslose Kreatur ihr Unwesen, verprügelt einen Jungen, schüttet Säure auf eine junge Frau, begeht einen Mord. Dahinter steckt Dr. Henry Jekyll, der Forschungen zu be-wusstseinsverändernden Drogen betreibt. Er ver-wandelt sich nachts in das Monster Edward Hyde, das London unsicher macht. Sei-ne Freunde, der Rechtsanwalt Utterson und der Arzt Lanyon, be-merken erst nach und nach, welchen waghalsigen Experimenten sich ihr Freund hingibt. Am Ende aber muss Dr. Jekyll sterben - um das Monster in sich zu töten.

Ein alter Kapellenraum mit wenigen Requisiten und zwei fein ausgearbeiteten Figuren – den »Bühnen-stürmern« ist mit dem Zwei-Personen-Stück flüssig-spannende Unterhal-tung gelungen,und Nachdenken durfte man auch noch. Es gibt Reiche jenseits der Ver-nunft, die unendlich sind, und deshalb muss man sich in sie hineinwagen. Nur durch die Vernunft erkennt man Grenzen. Andererseits: Kann man wissenschaftlichen Fort-schritt betreiben und vor den Grenzen Halt machen? Gibt Gott das Maß? Fragen zu Grenzen der modernen Wissenschaft und ihrem Gottesbegriff implantierte Regisseur Bernd Klaus Jerofke in das Zwei-Personen-Stück, das in seiner Bearbeitung als nach-denklich stimmendes Literaturtheater daher kam: Ein gruseliges Stück, das in die Tiefe geht, das servierten die »Bühnenstürmer« ihrem Publikum. Das ausdrucksstarke Spiel – sei es die Zerrissenheit von Jekyll und Hyde oder die abwartende Gelassenheit von Ut-terson – zog die Zuschauer in ihren Bann. Lothar Germer und Klaus Hamann glänzten in ihren Rollen, denn den un-terschiedlichen Personen hauchten sie wirkungsvoll Leben ein.

Aufführungstermine siehe Spielplan























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